Düsseler Mühle

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Geschichte:

 

1448

In einem Zehntverzeichnis des Klosters Gräfrath von 1448 wurde die Mühle erstmals genannt. Müllersgütchen und Düsselermühle gehörten zum Hof an der Kirchen.

Der Hof Große Düssel, zu dem später die Düsseler Mühle gehörte, musste an den Hof an der Kirche 1/3 des Schatzes (den der Herzog beanspruchte) abgeben.

Die Wassermühlen waren seit dem 12. Jahrhundert mit besonderen Privilegien ausgestattet. 1347 war durch einen Vertrag bestimmt worden, dass jede Honschaft nur eine Mühle haben durfte. Die Düsseler Mühle war die Mühle der Honschaft Gruiten. Sie war eine herzogliche Mühle.

 

1487

Wilhelm Kunde (= von der Großen Düssel) gehörte zu den Untertanen, die dem Herzog (Wilhelm II von Jülich-Berg) ein Darlehen gaben (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Jülich-Berg-Kleve, Akten, Bd. 34, Nr. 11, Bl. 48 a/b, 51 a/b). Wilhelm gab 6 ½ Goldgulden (die er nie zurück bekam).

 

1450

Die Düsselfischerei von der Steinbrücke in Erkrath bis zur Quelle (später bis zur Düsseler Mühle) wurde den Herren von Eller auf Laubach zuerkannt (Graf v. Speesches Archiv in Schloss Heltorf, Fischerei in der Düssel, MBHV Bd. 4, S. 152). Das Wasser der Düssel durfte ohne Genehmigung der Herren von Eller nicht zur Bewässerung der Wiesen verwendet werden.

 

1600

Die Große Düssel ist im Besitz des Hofrichters Adolf Forsthoff vom Gut Zur Mühlen.

 

1607

Die Höhe des Schatzes (Steuern an den Landesherrn) wurde für die Große Düssel von 12 ½ Talern auf 1 Taler ermäßigt – weil die Große Düssel abgebrannt war.

 

1666

Arndt von der Großen Düssel weist nach, dass er „seit unvordenklichen Zeiten“ im Besitz der Düsselfischerei gewesen sei. Er gewinnt gegen die Herren von Schöller.

 

1683

Gerhard Bröcker ist der Besitzer.

1715

In der Ploennies-Karte ist die Düsseler Mühle verzeichnet („mühl“).

 

1721

Die Chronik der evangelischen Kirchengemeinde berichtet, dass sie dem Zimmermeister und Müller von der Düsseler Mühle (Peter Hill) die Zimmerarbeiten beim Bau der evangelischen Kirche übertragen habe.

 

1748

In einem Abgabenverzeichnis, genannt „Empfang an waßererkentnus“ heißt es, dass

„Gerard in der Düssell von seiner Mahlmühle auff der Düsselbach 1 Rthl, 60 alb“ zahlen muss (LA NW, HstA Düsseldorf, Jülich-Berg III R Nr. 2. Mühlen an der Düssel in Gruiten)

 

1795

Die Franzosen, die am 6. September 1795 den Rhein bei Düsseldorf überschritten hatten, setzten ihre Plünderungen auch in den Dörfern fort. So heißt es, dass am 28. Oktober auch Gut Pütt und die Düsseler Mühle ausgeraubt worden seien. Friedrich Benninghofen von der Düsseler Mühle flüchtete mit 5 Karren, beladen mit Möbeln und Wertsachen nach Lückenhaus in Barmen (Familienchronik Görd Forsthoff).

 

1809

Die Franzosen verlangten von den Bürgermeistern eine Erfassung aller Orte, Höfe und Personen. Es entstand eine Übersicht aller Höfe im Besatzungsgebiet.

Die Düsseler Mühle (in der Honschaft Gruiten) gehört zum Kirchspiel Gruiten in der Munizipalität Haan, Jurisdiction Mettmann. Zur Mühle gehörten 9 Seelen (LA NRW HstA Düsseldorf, Großherzogtum Berg, topographisches tableau, Nr. 8781).

 

1824/25

In der Müffling-Karte sieht man die Düsseler Mühle (Düssel M) mit dem großen Mühlteich.

 

1850

In der Schornsteinfegerliste Gruiten verzeichnet der Schornsteinfeger für die Mühle als Eigentümer einen nn Hackler.

 

1853/54

Es gibt ein Verzeichnis der Wassertriebwerke im Regierungsbezirk Düsseldorf. Dieses notiert in der Bürgermeisterei Haan am Düsselbach die Düsseler Mühle. Sie wird zum Mahlen von Schwerspat benutzt. Besitzer sind Osmann & Steinhaus. Ein Mühlenwehr ist nicht vorhanden. Die Betriebskonzession wurde 1847 von der Königlichen Regierung zu Düsseldorf erteilt (LA NRW HstA Düsseldorf, Reg. Düsseldorf, Nr. 35204)

 

1885

Im Gemeindelexikon für das Königreich Preußen erscheint die Düsseler Mühle 1885 mit 4 Häusern und 20 Einwohnern.

 

1895

Das Gemeindelexikon verzeichnet nur noch 1 Haus mit 11 Einwohnern.

Der Hof Große Düssel war abgebrannt.

 

1904

Die Kalkwerke entstanden. Bis zur Düsseler Mühle wurde der Kalkwerksbetrieb durch einen Tunnelbau ausgedehnt.

 

1909

Das Adreß-Buch der Gemeinden Gruiten, Millrath und Schöller verzeichnet: Großdüsseler Mühle, Nr. 115, Eigentümer Rheinisch Westfälische Kalkwerke.

Bewohner: Giacomo Solagna, Giovanni Spinato, Paolo Moret und Dominico Palma (alle Steinbrecher).

 

1910

In unmittelbarer Nachbarschaft beginnt der Abbau des Kalksteins. Die Grube Sieben entsteht. Sie wurde eine der größten Kalksteinabbaugebiete der Region. 1962 wurde der Abbau beendet. Das Kalkwerk Gruiten am Thunbusch wurde geschlossen. Die meisten Gruitener verloren ihre Arbeit.

 

1962

Das alte Mühlhaus wurde zu Wohnungen umgebaut. Der große Mühlteich blieb erhalten. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Großdüsseler Mühle - Ehemalige Getreidemühle, später zum Mahlen von Schwerspat benutzt

 

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Daten und Ereignisse überwiegend entnommen aus folgenden Veröffentlichungen:

 

Hanna Eggerath

Landeshauptstadt Düsseldorf (Hg.), Die Düssel, Geschichte und Geschichten, Köln 198, S. 85;
Fritz Breidbach, Gruiten 1970; Historischer Lehrpfad Gruiten; LA NW Hauptstaatsarchiv Düsseldorf.